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| und der Doppelgänger |
| Kommentar von Christoph |
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Dieses Statement gibt der erste Detektiv Justus Jonas vollmundig zum Besten, kurz bevor er von Adam Ndula mit einer Pistole anvisiert wird. Und in der Tat, Justus weiß auch wieder mal alles und meines Erachtens keimt in dieser 28. vertonten Folge um das Detektivteam aus Felsig Strand (oder vielleicht auch Plage du Rocher) bereits etwas auf, an was man sich in späteren Folgen wohl zwangsläufig gewöhnen muss. Nämlich ein Justus Jonas, der einen Fall nahezu im Alleingang löst und bei dem die beiden Mitdetektive Bob und Peter beinahe nur noch Statisten darstellen. Bei dieser Folge kann man jedoch noch zugutehalten, dass auch Justus seinerseits im späteren Verlauf den sprichwörtlichen "Wald vor lauter Bäumen" nicht gesehen hat. Und dies bei einer einfachen Wortdeutung - »am Berg des roten Löwen« - »die Ranch zum roten Löwen". Hiermit wollte Ian Carew einen versteckten Hinweis auf seinem derzeitigen Aufenthaltsort geben - »Djangas Stätte«. In der Folge »Doppelgänger« dreht sich vieles, wie bereits ein paar Hörspiele zuvor, im Fall »Zauberspiegel« (Folge 16), um Politik - sogar um besonders schmutzige Politik. Wollte man jedoch in besagtem Fall seinen politischen Gegner lediglich durch die Publikation diskreditierenden Materials ausschalten, so versucht man hier, den Präsidenten des afrikanischen Staates Nanda - Sir Roger Carew - mittels Entführung seines Sohnes Ian in die Knie zu zwingen. Anders als anfangs vermutet zählen der "Pistolenmann" Adam Ndula und sein Kollege Gordon MacKenzie, der eine von schwarzer, der andere von weißer Hautfarbe, zu den Guten. Diese gehören der gemäßigten Partei Sir Rogers an und wollen Ian beschützen beziehungsweise vor einer Entführung bewahren. Sonderlich erfolgreich agieren sie hierbei anfänglich jedoch nicht. An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass ich Justus' Äußerung »Ich dachte eine kleine Kostprobe könnte ... nicht schaden.« nach seinen erschöpfenden Ausführungen zum Thema Afrika-Politik, schon damals recht ulkig fand. Er tut dies ja nicht so ganz freiwillig - immerhin wurde eine Waffe auf ihn gerichtet - sehr cool, der Erste. Es geht also wieder um Politik. Eine Tatsache, die mir damals als junger Hörer wie ein Stein im Magen lag. Vielleicht liege ich ja falsch, aber politisches Interesse entwickelt man erst ein paar Jährchen später. Meine Aufmerksamkeit ließ demzufolge bei den ersten Durchläufen nach etwa 15 Minuten deutlich nach. Dabei beginnt die Geschichte recht spaßig, als Peter bemerkt, dass ihm wohl seine belegten Brote gestohlen wurden und der korpulente erste Detektiv somit sofort unter Generalverdacht gerät. Man überlegt sich anschließend in einen Vergnügungspark zu fahren. Auf dem Wege dorthin wird Justus von zwei unbekannten Männern entführt. Das Hörspiel nimmt also bereits nach kürzester Zeit enorm an Fahrt auf und kann die dadurch erzeugte Spannung auch für eine gewisse Zeit halten. Eine total hysterische Tante Mathilda (einfach super hektisch: Karin Lieneweg) versucht dem eigentlich immer obercoolen Hauptkommissar Reynolds (ebenfalls eine Offenbarung: der unvergessliche Horst Frank) seinen Job zu erklären. Es erfolgt eine spannende Suche nach dem Ersten sowie eine noch fesselndere Befreiungsaktion. Doch dann kommt (wie bereits erwähnt) Politik. Es geht um eine gemäßigte Seite, um weiße Extremisten und um die künftigen Machtverhältnisse des afrikanischen Staates Nanda. Wird dieser seine Eigenständigkeit behalten oder gerät man, provoziert durch üble Machenschaften, wieder in erneute (weiße) Abhängigkeit, was vor allem für die schwarze Bevölkerung eine Katastrophe bedeuten würde? Also alles Dinge, die einen etwa Zehnjährigen brennend interessieren - und wie. Demzufolge war diese Folge in meiner Kindheit nie wirklich mein Favorit und infolgedessen ist meine heutige Verbundenheit auch nicht die allergrößte - auch wenn ich das Hörspiel (im Gegensatz zu damals) jetzt in seiner Gesamtheit verstehe. Fred und Walt, zwei weiße Extremisten, wollen also den Präsidentensohn Ian Carew entführen, um somit politischen Einfluss auf die Geschicke ihres Landes nehmen zu können. Erfahrungsgemäß ist es in der Kriminal-Literatur äußerst selten von Vorteil, wenn man jemanden zum Verwechseln ähnlichsieht. Man denke nur an Alfred Hitchcocks Meisterwerk »Der falsche Mann« aus dem Jahre 1956 mit Henry Fonda und Vera Miles in den Hauptrollen - ein toller Film. Da Justus das Pech hat, dem Objekt der Begierde äußerst ähnlich zu sehen, wird er an dessen Stelle gekidnappt. In einer Hütte in einem Canyon hält man ihn gefangen, bevor er mittels Helikopter außer Landes gebracht werden soll. Genialerweise kann Justus sich zuvor jedoch verstecken, sodass Fred und Walt unter dem Stress der heranrückenden Polizei ohne ihn in die Luft gehen müssen. Die beiden Beschützer Ians - Adam Ndula und Gordon MacKenzie - wenden sich daraufhin hilfesuchend an die drei Detektive. Es gilt das Rätsel einer geheimnisvollen Botschaft Ians (offensichtlich ein Hilferuf) zu lösen, bevor man sich auf der richtigen Spur befindet. Diese führt, wie so oft bei Kriminalstücken, wieder zum Ausgangspunkt selbst. Nämlich zum Schrottplatz, auf welchem sich Ian nicht zum ersten Mal vor den Kidnappern versteckt hat - man denke nur an Peters verschwundene Brote. »Die drei ??? und der Doppelgänger« ist ein recht spannendes, wenn auch nicht überragendes Hörspiel, welches meiner Meinung nach eher auf den hinteren Plätzen rangiert. Auch "Tarzan" Sascha Draeger (mit seinem übertriebenen dargebotenen Akzent) als Ian Carew kann mich nicht wirklich überzeugen. Vor allem das Finale, in welchem die beiden dämlich agierenden Entführer Justus mit Ian so lange verwechseln, bis endlich Hauptkommissar Reynolds auf der Bildfläche erscheint und diese schließlich dingfest machen kann, fand ich einfach nur unwürdig und lächerlich - nie lustig. Ein alberner Abschluss à la Monty Pythons »Life of Brian« (»Ich bin Brian.« - »Nein, ich bin Brian ... und meine Frau ist auch Brian!«). Da war es wenigstens witzig. Gänzlich abstrafen möchte ich das Hörspiel natürlich nicht, auch wenn es hier vielleicht so rüberkommt. Die Sprecher geben (wie fast immer) ihr Allerbestes und es macht tierischen Spaß dabei zu sein, wenn Tante Mathilda die Nerven verliert oder auch, wenn der gute Samuel Reynolds versucht, trotz Fehlschlag auf Fehlschlag die Contenance zu bewahren - ein Profi halt, der alte Knurrhahn. Auch immer angenehm finde ich es, wenn sich der allseits hilfsbereite Chauffeur Morton an den Investigationen beteiligt. Andreas von der Meden hat wohl noch nie einem Hörspiel geschadet. Toller Typ (R.I.P.). So rein vermarktungstechnisch sehe ich den Klappentext (Backcover-Text) als etwas problematisch. Schaut euch den doch nochmal genau an. Da bleibt vom Hörspiel nicht mehr viel übrig, wenn man diesen zuvor studiert hat. Da möchte man brüllen: "Achtung Spoiler!" Keine 4 aber dennoch 3 fette Mucks für den doppelten Justus beziehungsweise den doppelten Ian. |
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