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| helfen ihrem Kameraden |
| Produktionsdaten: |
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| Musik I: |
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»Fünf Freunde (6) helfen ihrem Kameraden« wurde neben wohl hausgemachter Hörspieluntermalung und Hörspielmusik von Manfred Rürup überwiegend mit Musik unterlegt, die aus dem Unterhaltungsprogramm von Miller International stammt. Die Titelmelodie »Wir sind die Fünf Freunde« wird zwar von Carsten Bohn gesungen, die Melodie stammt jedoch ursprünglich von einem Schlager, genauer gesagt »Lass' mich in Ruh'« von der »EUROPA hitparade No. 14«. Die Musik des Unterhaltungsprogramms ist auf den LPs
zu finden: Erzähler: »Fünf Freunde helfen ihrem Kameraden«
George: »Ball nur deine Fäuste, ich krieg dich schon raus.«
Julian: »Ja, Timmy, du auch.« Anne: »Toll!«
Julian: »Sie würde womöglich noch ein Telegramm an Onkel Quentin schicken.«
Julian: »Wir müssen unbedingt die Polizei verständigen.«
Julian: »Eine rätselhafte Angelegenheit ist das.«
Erzähler: »Dick hatte ihr heimlich eine Mark in die Hand gedrückt.«
Julian: »Es ist wirklich besser, wir beobachten, wer des nachts kommt, als die Polizei, denn dann könnte es Georgie und Timmy vielleicht schlecht ergehen, aber wir müssen jetzt unbedingt mit Johanna reden.«
Dick: »Wie du mir, so ich dir.«
Jo: »Ha, werden die erschrecken, wenn sie die Tür aufmachen.«
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| Musik II: |
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Ein und derselbe ungewöhnliche Musikeinsatz findet sich gleich zweimal auf der ersten Seite des Hörspiels. Nach Julians Einwürfen »Wir müssen unbedingt die Polizei verständigen.« und »Eine rätselhafte Angelegenheit ist das.« folgt jeweils ein besonderes musikalisches Zitat, welches seine erste Verwendung in dem Hörspiel »Polizeihubschrauber im Einsatz« fand. So erklärt sich auch sich die Überschrift zu dem Artikel von Jooce mit Titel: Per Polizeihubschrauber nach Rothenburg Die Titelmusik des »Polizeihubschraubers« lohnt einer näheren Betrachtung. Denn es handelt sich bei diesem 30-sekündigen Musikakzent eigentlich um ein Zitat aus einem deutschen Musical. Ja, Sie haben richtig gelesen: ein deutsches Musical. Diese seltene musikalische Gattung, die im Grunde genommen keinen einzigen prominenten Vertreter jemals zum Vorschein gebracht hat, wurde in den 1960er Jahren um ein Werk erweitert, das heutzutage wohl als von der Fachwelt vergessen anzusehen ist: »Mister Poppkorn oder: Die Reise nach Rothenburg«. Es erzählt die Geschichte eines reichen Amerikaners (Mister Poppkorn) mit deutschen Wurzeln, der in die Heimat seiner Vorväter reist, um dort einen runden Geburtstag zu feiern. Dabei erweist er sich als äußerst spendabler Mäzen der Stadt Rothenburg ob der Tauber. Daher wird zum Finale hin ihm zu Ehren sogar ein eigenes Denkmal enthüllt. Soviel zur etwas dürftigen Handlung. Die eingängigste Nummer und der Publikumsliebling des Musicals ist das Ensemble-Stück »High Society«. Und aus eben dieser Nummer wurde die Titelmusik des »Polizeihubschraubers« "entlehnt". Doch wie kam es dazu? Nun, die genaue Beantwortung dieser Frage obliegt wohl den damaligen Mitarbeitern beim Studio EUROPA. Aber einige Umstände sind schon wohl bekannt, sodass zumindest vorsichtige Rückschlüsse erlaubt sind. Von »Mister Poppkorn« existiert ein Mitschnitt der Uraufführung 1963 im Dortmunder Opernhaus. Das Ensemble der Städtischen Bühnen Dortmund ist dort unter der Leitung von Heinz Panzer zu hören. Diese Aufnahme wurde nahezu zeitgleich mit dem »Polizeihubschrauber« auf somerset (LP 676) veröffentlicht. Somerset war eines der damals existierenden Schwester-Labels von EUROPA. Wer sich die Mühe macht, das dort enthaltene »High Society«-Stück nachzuhören, wird feststellen, dass das ansonsten flotte Arrangement das eher getragene »Polizeihubschrauber«-Thema in der Mitte "einkapselt". An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich bei der Hörspielmusikfassung nicht um exakt dieselbe Aufnahme handelt wie bei der somerset-Einspielung. Während in der Musical-Version die Melodie wieder in das eigentliche Hauptthema zurückgleitet, endet sie in der Hörspielfassung mit einem Crescendo das einer 1960er Jahre Edgar-Wallace-Filmproduktion aller Ehren wert gewesen wäre. Aber trotz dieses Unterschieds im Arrangement handelt es sich bei der »Polizeihubschrauber«-Fassung um dasselbe einspielende Orchester wie bei der Musical-Aufnahme - so zumindest die bescheidene Meinung des Autors dieses Textes. Genauere Umstände dazu, wie die Hörspielmusik-Fassung entstanden ist und ob die Musical-Autoren Franz-Josef Breuer (Musik) und Dr. Hartmann Goertz (Libretto) über die Existenz und Verwendung der Hörspielmusik informiert waren, sind und bleiben wahrscheinlich auf ewig ungeklärt. Nach dem Einsatz im »Polizeihubschrauber« geriet die Musik für einige Jahre in Vergessenheit. Erst 1976 erinnerte man sich wieder daran und setzte sie im Jugendhörspiel »Hanni und Nanni (11) geben ein Fest« ein. Bis 1979 wurde sie dann gelegentlich als Hintergrundmusik und als Geräuscheffekt (in verlangsamtem Tempo) eingesetzt. Dazu zählen unter anderem die Einzelhörspiele »Das Spukhaus« und »Fritz Knitz der Zufallsdetektiv« und einige Folgen der Serien »Die Hexe Schrumpeldei«, »Fünf Freunde« und »Mit Kindern unterwegs«. Mit etwas Verzögerung fand es 1983 noch eine markante Verwendung im Edgar Wallace-Hörspiel »Der Frosch mit der Maske«. Hörspielkenner mit Ohrenmerk für Musik fragen sich an dieser Stelle womöglich, wie es sich mit den anderen ähnlich klingenden Musikakzenten aus den genannten Hörspielen verhält. Gibt es Hinweise darauf, dass es sich auch hier um Zitate aus dem Musical »Mister Poppkorn« handelt? Dazu sei angemerkt, dass von diesen Themen in der Summe 4 weitere existieren, wobei 2 davon zudem in diversen Tempo- beziehungsweise Arrangement-Variationen aufgenommen wurden. Ein rein akustischer Vergleich dieser insgesamt 10 kurzen Aufnahmen (inklusive der »Polizeihubschrauber«-Titelmusik) legt den Verdacht nahe, dass sie allesamt im gleichen Kontext entstanden sind. Jedoch findet sich auf dem somerset-Album keines der anderen Themen wieder. Daher bleibt die Annahme, es handele sich hier um weiteres Material aus der Feder Franz-Josef Breuers, rein hypothetisch. Abschließend sei noch gesagt, dass das »High Society«-Thema und seine Kompagnons seit der Jahrtausendwende wieder in den Hörspielmusik-Kanon von neuen Produktionen aufgenommen wurde und sporadisch eingesetzt wird. Mit über 45jähriger "Berufserfahrung" gehört es somit zu den ältesten noch aktiven Veteranen der EUROPA-Hörspielmusik - und es ist nicht ersichtlich, dass es irgendwann "in Rente geschickt" wird. Jooce |
| Anmerkung I: |
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Die ersten 16 Folgen dieser Serie erschienen parallel als LP und MC. Danach folgten nur noch Veröffentlichungen auf MC, bis später die CD als Medium hinzukam. Nachdem die ersten 21 Abenteuer - die sämtlich aus der Feder von Enid Blyton stammen - vertont worden waren, entschied man sich auf Grund des Alters der Sprecher von Julian, Dick, Anne und George für eine komplette Neubesetzung der Rollen. Alle Folgen ab Nr. (22) sind zudem von Fremdautoren geschrieben. Die »Fünf Freunde«-Folgen (17) bis (21) tragen die Titel
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| Anmerkung II: |
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Mit Oliver und Ute Rohrbeck, Oliver Mink und Maud Ackermann verpflichtete man die deutschen Synchronsprecher von Julian, Anne, Dick und George der englischen Fernsehserie »Fünf Freunde« aus den Jahren 1978/1979. Verfilmt wurden 18 Abenteuer, zum Teil in Doppelfolgen, sodass die Serie es insgesamt auf 26 Teile brachte. Die Rolle des Onkel Quentin übernahm dabei der deutsche Schauspieler Michael Hinz. Diese Geschichte wurde als zweiteilige Episode verfilmt. |
| Autorin: |
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Die britische Schriftstellerin Enid Mary Blyton (1897-1968) arbeitete nach Abschluss ihres Studiums zunächst als Lehrerin, widmete sich dann jedoch ganz der Schriftstellerei. Viele Erlebnisse und Personen ihrer Schulzeit flossen dabei in ihre Geschichten ein. Im Laufe der Jahre schrieb Enid Blyton mehr als 750 Bücher, wobei darüber hinaus Geschichten anderer Autoren unter ihrem Namen veröffentlicht wurden, so beispielsweise in Deutschland, wo der Schneider-Verlag diese Werke eigens in Auftrag gab. Im Alter erkrankte die Schriftstellerin an der Alzheimer-Krankheit und starb schließlich nach einem Herzinfarkt. Bekannte Buchreihen aus der Feder Enid Blytons sind unter anderem:
»Fünf Freunde helfen ihrem Kameraden« wurde im Jahr 1950 von Enid Blyton selbst geschrieben und stellt ursprünglich das neunte Abenteuer dieser Serie dar. |
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