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115 638.1 |
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| Kommentar von Werner |
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Jules Verne schrieb diesen Roman in den Jahren 1867/68 in drei Bänden und schuf damit eines seiner umfangreichsten Werke. Das Buch bietet ähnlich wie »In achtzig Tagen um die Welt« und »Der Kurier des Zaren« eine Geschichte über eine lange und gefährliche Reise - hier mit dem Ziel, den vermissten Kapitän Grant zu finden. Science Fiction à la Jules Verne kommt hier also nicht vor. Zum Inhalt: Auf einer Bootsfahrt vor der schottischen Küste fängt der reiche Lord Glenarvan einen Hammerhai, in dessen Bauch man eine Flaschenpost findet. In dem Hilferuf steht in drei verschiedenen Sprachen, dass Kapitän Grant auf dem 37. Breitengrad mit seinem Schiff »Britannia« untergegangen ist und sich mit zwei Matrosen an Land retten konnte. Dort wird er von grausamen Indianern gefangen gehalten. So liest man es jedenfalls aus den Papieren, die allerdings teilweise unleserlich sind und aus den verschiedenen Sprachen mühsam - und deshalb keineswegs fehlerfrei - zusammengeraten werden. Lord Glenarvan entschließt sich, selbst auf die Suche nach Grant zu gehen und sticht mit seiner Privatyacht »Duncan« in See. Mit an Bord sind seine Frau Lady Helena, sein Vetter Major Mac Nabbs sowie Mary und Robert, die beiden Kinder Kapitän Grants, die unbedingt bei der Suche helfen wollen. Ebenfalls auf dem Schiff befindet sich der französische Geograph Jacques Paganel, der (angeblich) aus Versehen auf der Yacht gelandet ist und eigentlich ein ganz anderes Ziel hat. Seine geographischen Kenntnisse erweisen sich jedoch als sehr nützlich, denn er identifiziert zweifelsfrei Patagonien, die Südspitze Südamerikas als den Ort, an dem sich Kapitän Grant befinden muss. Die Suche dort wird zu einem gewaltigen Abenteuer für alle Beteiligten und ist letztlich erfolglos. Aber Paganel bietet als nächsten Ort die Ostküste Australiens an. Hier finden die Reisenden den Bootsmann Cliff Ayrton von der »Britannia«, der ihnen weiterhelfen will, jedoch auch diese Spur ist nicht erfolgreich, sondern sogar sehr gefährlich. Nach einem üblen Zusammenstoß mit Menschenfressern auf Neuseeland gibt Lord Glenarvan die Suche auf. EUROPA hat dieses Hörspiel erfreulicherweise nicht auf eine einzelne Platte gepresst, sondern einen Zweiteiler daraus gemacht. Das gibt der Geschichte mehr Möglichkeiten, sich auszubreiten, und man wird nicht von Höhepunkt zu Höhepunkt gehetzt. Auch bleiben so die notwendigen starken Kürzungen, die ein einteiliges Hörspiel gehabt hätte, aus. Der erste Teil behandelt die Geschichte vom Auffinden der Flaschenpost bis zum Ende der Suche in Patagonien, und da sind schon einige spannende Parts drin. Die Besetzung des Hörspiels bietet teilweise sehr bekannte Namen, vor allem Karl Walter Diess, der einen wirklich guten Erzähler gibt. Christian Rode als Lord Glenarvan ist ohnehin eine Hörspiellegende, seine Leistung ist in jeder Hinsicht perfekt, das gleiche gilt für Ingrid Andree als seine Frau Lady Helena (man kennt sie schon aus einigen Hörspielen der Konrad-Halver-Zeit). Klaus Stieringer als grantiger Major Mac Nabbs und Gernot Endemann als schusseliger und dennoch liebenswerter Geograph Paganel überzeugen ebenfalls. Die Kinder Mary und Robert sind mit jungen Erwachsenen wie Julia Gerstenberg und Torsten Sense (der trat schon als Kindersprecher in Hörspielen auf) auch rollendeckend besetzt. Kleine Rollen sind guten Sprechern wie Lothar Grützner, Til Erwig und Gert Martienzen anvertraut. Nur Rolf Mameros Patagonier Thalcave klingt etwas zu nobel für einen reinen Naturmenschen, muss aber nicht so einen grauenhaften Akzent sprechen, wie man das häufig in solchen Rollen machte. Die Mischung aus Musik von Chris Evans und Ernest Chausson, einem klassischen französischen Komponisten, passt gut. Das Cover zeigt eine der spannendsten Szenen aus dem ersten Teil, den von einem Kondor entführten Robert. Auch da wird Neugier geweckt. Insgesamt ein guter erster Teil, der Lust auf die Fortsetzung macht. Fünf Mucks sind da richtig. |
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