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das Schloßgespenst
im dunklen Mitternachtswald




Kommentar vom alten Wagner




Die Schallplatte startet mit einem etwas müde wirkenden Hans Paetsch, der sich dann jedoch im Dialog mit Hans Clarin schnell warmspricht und von nun an in bewährt-brillanter Form agiert.

Zunächst erleben wir hier nach der üblichen Einleitung das genaue Gegenteil zu den vorangegangenen Geschichten des Pechgeists, denn Hui Buh ist erstmalig alleine auf Schloss Burgeck. Mit dieser Situation überfordert bemerkt Hui Buh aus dem Wald heraufwehende Geräusche, denen er nachgehen möchte. Vor Ort belauscht Hui Buh, dass ein Durchreisender in der Spukspelunke vom Wirt gewarnt wird, der Geist von Burgeck würde bis heute seinen Wegzoll von Durchreisenden verlangen.


Geht es in diesem Moment den Lesern dieses Kommentars genauso wie dem alten Wagner? Von was für einem Wegzoll spricht hier der Wirt? Hat irgendjemand von ihnen jemals von eben diesem Wegzoll in den vergangenen 14 Abenteuern gehört?


Ein echter Burgh-Wortwitz begegnet einem dann direkt im Anschluss, als Hui Buh sich »die Beine in den Bauch steht« und er bemerkt, dass diese deswegen »schon wieder ein Stückchen kürzer geworden seien«. Doch das war es dann auch schon wieder mit der einstmals so feinsinnigen Wortakrobatik des Autors. Es wird von nun an leider und wieder einmal abstrus ...

Es steht im weiteren Verlauf die erste Begegnung zwischen Hui Buh und dem Fremden an, der zu meinem Entsetzen mit dem Auto (!) vorfährt.


Die Existenz der Eisenbahn in Folge (12) habe ich irgendwie als Zuhörer noch gekauft, liegt doch ihre Erfindung rund um das Jahr 1825 weit genug in der Vergangenheit, aber ein Auto hat für mich im »Hui Buh«-Universum so gar nichts verloren.


Als Hui Buh dem Auto samt fremden Insassen auf seiner Peitsche (!) nachreitet, verwandelt er besagtes Automobil kurzerhand in eine Kutsche nebst sechs schwarzen Rappen und übernimmt die Position des Kutschers.


Mal ehrlich: Hört von nun an noch irgendjemand ernsthaft zu?


Die rasante Fahrt endet dann auf Schloss Burgeck, und Hui Buh ruft die Geister (!) von König Julius, Konstanzia und des Kastellans zu Hilfe. Von nun an agieren diese drei Stammkräfte der Serie in einer Art Dämmerzustand vor sich hin und wirken damit eher wie Fremdkörper in der Geschichte als denn als Bereicherung. Währenddessen lässt sich Hui Buh immer wieder neuen Unsinn einfallen, um den Fremden zur Herausgabe des Wegzolls zu bringen.

Dann nennt Hui Buh seine "Bibel" auch noch »Spuken leicht gemacht für jedes Gespenst« und offenbart die Schludrigkeit, die vom Autor, der Regie und auch dem Sprecher Hui Buhs an den Tag gelegt wurden.


Es weiß doch nun jedes Kind, dass das Buch »Spuken leicht gemacht für Jedermann« heißt. Aber in einer Geschichte, in der noch mit Silberstücken bezahlt wird, aber ein Auto durch die Gegend fährt, sollte den Hörer nichts mehr wundern.


Wie die zweite Seite dann verläuft, ist wirklich zu langweilig zum Aufschreiben. Hui Buh und der Fremde dialogisieren sich durch unerträgliche 15 Minuten, ehe es dann - analog zur fürchterlichen Folge (11) - am Ende wieder mal ein paar Tiere sind (in diesem Fall Fledermäuse), die Hui Buh als Sieger dastehen lassen.

Nein, nein und nochmals nein! So ein Ende hat die Serie beziehungsweise die letzte Schallplatte mit unserem alten Gespenst nicht verdient. Wenn auch das Handlungskorsett ein deutlich engeres ist als bei anderen Serien, so offensichtlich ist hier sehr schnell echter Ideenmangel eingetreten. Nach einigen mehr oder weniger geschickten Inspirationen durch andere Geschichten hat der Autor nach 1978 einfach nichts Neues mehr von Burgeck zu Erzählen gehabt.


Schade, altes Gespenst! Wo du mir gerade auf dem Bild des so atmosphärisch gelungenen Covers von Folge (15) wirklich gut gefallen hast.





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