E 2143
das Schloßgespenst
und die große Spukschau




Kommentar vom alten Wagner





»Ich habe schon begonnen, die
Schrift auszulöschen. Jetzt
heißt es nur noch pukschau.«

»Sofort gibst Du
das "S" wieder her!«

(Hui Buh & König Julius der 111.)




Nach der in meinen Augen sehr langweiligen vierten Folge des behördlich zugelassenen Gespenstes passte hier nun wieder alles. Eberhard Alexander-Burgh hatte eine gute Idee für eine neue Erzählung, und die Besetzung war eingespielt beziehungsweise hatte offensichtlich Spaß an den vorliegenden Texten:

Hui Buh wurde hier von Hans Clarin noch nicht nur als Schreihals interpretiert, sondern als liebenswert-chaotisches Gespenst voller Hochmut und positivem Größenwahn.

Claus Wilcke ist als König Julius einfach eine Bank in seinem aristokratisch-edlen Grundton beim Umgang mit den kruden Ideen seines gespenstischen Freundes.

Andreas von der Meden spielt eh nie schlecht und ist für mich sogar mehr der Kastellan als das Original Konrad Mayerhoff.

Ingrid Andree ist und bleibt sowieso die einzig wahre Konstanzia, die mit ihrer sympathischen Art all den Irrsinn des Gespenstes mit seinen zwei Freunden erträgt.

Die zwei Zauberer Dorian und Donald kehren auf Schloss Burgeck ein, um sich mit Hui Buh im Zaubern beziehungsweise Spuken zu messen. Beide werden von Horst Schick und Richard Lauffen sehr engagiert dargeboten; sie sind beide einfach von Beginn an in ihren Rollen drin und können mit dem Stammpersonal dieser Reihe sofort mithalten, echte Profis eben!

Zunächst führen besagte zwei Magier Hui Buh dann mit ihren Tricks vor, ehe dieser sich in der Mitte zerteilt und jeweils zur Hälfte auf den Schultern der Beiden hockt und diese somit aus dem Schloss vertreibt. Das eigentliche Malheur beginnt dann am Ende von der ersten LP-Seite, als Hui Buh sich nicht selbständig wieder zusammengesetzt bekommt. Nun sind König Julius sowie der Kastellan gefordert und versuchen, die beiden Geisterhälften wieder einzufangen.

Diverse Versuche der Beiden bleiben jedoch erfolglos, und so wird das plötzliche Eintreffen des Geisterbehördenbeamten Servatius Sebaldus zum echten Problem, da dieser die Spuklizenz nur für ein ganzes Gespenst verlängern kann. Und auch der Geisterbeamte wird mit Hans Hessling hier ganz hervorragend in einer herrlich ernsthaft-behördlichen Interpretation dargeboten. Die diversen Versuche von Hui Buh, den Beamten zu vertreiben, bleiben natürlich zunächst erfolglos und erst eine rettende Idee vom Kastellan kann das Problem im letzten Moment lösen.

Der Besuch des besagten Geisterbeamten integriert sich hier so viel besser in die Geschichte als der am Ende auftauchende Reporter Felix Fix in der vorangegangenen Folge (4). Dieser wirkte auf mich immer wie ein nachträglich hinzugefügter Fremdkörper, da die Grundidee zu Folge (4) offensichtlich allein keine dreißigminütige Geschichte tragen konnte.

Kurzum: Ein perfekt spielendes Ensemble, eine schöne Idee für die Geschichte und eine mehr als passende Musik von Chris Evans ergeben hier zusammen satte 4/5 Mucks.





Bewertung:






Appendix:

Mein Schulfreund Sven hatte diese Folge als MC, und unser Ritual zu Grundschulzeiten war es, dass wir uns samstags nach dem Spielen gegenseitig Comics und Hörspiele "für den Abend beziehungsweise Sonntag" ausliehen. Diese Folge habe ich mir in meiner Erinnerung damals jeden zweiten bis dritten Samstag ausgeliehen. Das sagt wohl alles.