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E 2119 |
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| Das Tor zu einer anderen Welt |
| Kommentar von Pitichinaccio |
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| Prolog |
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Der Themenbereich 'Science-Fiction' war im Rahmen des EUROPA-Hörspielprogramms zunächst sehr zaghaft und ohne erkennbares Konzept angegangen worden. Die ersten Produktionen
• »Gefahr für die Erde« (1968) und entstammten nicht einmal dem hauseigenen Tonstudio, sondern wurden vorproduziert vom Studio Windrose-Dumont-Time eingekauft und lediglich nachträglich bearbeitet. Diese eher mäßigen Hörspiele verschwanden wohl auch deswegen bald wieder aus dem Katalog, während • »Raumschiff UX3 antwortet nicht« (1969) sich als erstes wirklich eigenes Science-Fiction-Hörspiel noch für Jahre im Programm behaupten sollte. Dann war erst einmal wieder Ruhe im All. Ein neuer Start wurde erst vier Jahre später mit der erfolgreichen Heftserie »Perry Rhodan« unternommen, und so editierte man unter dem exquisit-Label die Folgen
• »Perry Rhodan - Invasion der Puppen« (1973) Obwohl auch diesen Produktionen ein längerer Verbleib im EUROPA-Programm beschieden war, brachten sie einen nicht zu übersehenden Nachteil mit sich: Für die Verwendung der Geschichten aus der Heftserie des Pabel-Verlages waren Lizenzen zu zahlen - und das sah man im Hause Miller gar nicht gern. Schließlich war man bisher mit lizenzfreien oder hauseigenen Stoffen ganz gut gefahren. Vielleicht führte dies dazu, dass man die kleine (und in meinen Augen sehr gute) »Perry Rhodan«-Reihe nicht mehr fortsetzte. Für diese Annahme spricht auch, dass man von H.G. Francis, der 1976 das erste Mal mit den »Kung Fu«-Hörspielen für das EUROPA-Label tätig war, im gleichen Jahr die Reihe »Commander Perkins« schreiben ließ - eine Figur, für die es zumindest bis 1976 keinerlei Buchvorlagen gab, womit jegliche Abstimmung mit anderen Rechteinhabern entfiel. Randy Perkins durfte in den Jahren 1976 bis 1980 insgesamt neunmal mit seinem Freund Peter Hoffmann ins All starten, wobei sich diese Hörspiele aus dem sechsteiligen Wega-Abenteuer und dem Dreiteiler um die Galaktischen Waffenmeister zusammensetzen. |
| Zu diesem Hörspiel |
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Ähnlich wie Carl Maria von Weber das erklärende Vorspiel für die romantische Oper »Der Freischütz« aus dem Libretto strich und sich der Vorhang zum 1. Akt gleich vor der Schenke hebt (»Mitten hinein ins Volksleben!«), so wirft auch H.G. Francis den Hörer erst einmal in das kalte Wasser: Angelockt von einer geheimnisvollen Stimme betritt der Sohn Professor Commons, Ralph, den sogenannten Dimensionsbrecher, welcher ihn durch Raum und Zeit auf den 8. Planeten der Wega teleportiert. Der verzweifelte Vater sowie die nicht minder verzweifelte Schwester Cindy bitten Commander Perkins und Major Hoffmann, den Jungen ins Labor auf dem Mond zurückzubringen, was die Beiden nach einigem Hin und Her auch zusagen. Ralph kann tatsächlich aufgespürt und gerettet werden. Und so endet das Hörspiel mit einer glücklichen Familie, zwei erleichterten Raumfahrern, einer ebenfalls von der Wega mitgebrachten Karte vom Mittelmeerraum der Erde sowie der Frage, wie die Weganer an diese Karte kamen. Waren etwa sie es, die bereits vor Jahrtausenden den ersten Tourismus auf Mallorca begründeten? Inhaltlich präsentiert der Autor hier einen starken Auftakt mit glaubhaften Figuren und einer für Science-Fiction-Verhältnisse recht schlüssigen Geschichte. Die telepathische Stimme und ihr noch unklares Motiv, Ralph zur Wega zu locken, die auf der Wega vorgefundene Karte (Google Maps war offenbar auch auf der Wega noch kein Thema) sowie die unbegrenzte Möglichkeit, mit dem Dimensionsbrecher in alle möglichen Galaxien vordringen zu können, eröffneten eine spannende Grundlage für die nach und nach erscheinenden Fortsetzungen, denen ich als kleiner Stöpsel noch entgegenfiebern durfte. Francis verzichtet über den gesamten Wega-Sechsteiler auf einen Erzähler, sodass den Protagonisten die Aufgabe zufällt, alle möglichen Dinge zu erklären. Dieses Konzept, welches in meinen Ohren immer eine Garantie für atmosphärisch dichte Hörspiele ist, bringt für die erste, die vorliegende Folge der »Commander Perkins«-Reihe ein nicht zu leugnendes Manko mit sich: Es vergehen (abgesehen von der dreiminütigen Szene mit Ralph zu Beginn des Hörspiels) 18 Minuten, in denen geredet, erklärt und begründet wird. Erst danach wird der Dimensionsbrecher angeworfen, und Randy und Peter bleiben jetzt noch 17 Hörspielminuten, um den kleinen Schlingel dingfest zu machen. Sicher, Francis' Dialoge gehören zu den besten der gesamten Hörspiellandschaft, aber hier gerät selbst der geduldige Hörer an seine Grenzen. Konzedieren muss man jedoch, dass sich dieses Vorgehen für die Dramatik der weiteren Folgen auszahlt. An dieser Stelle sei noch einmal auf den bereits erwähnten »Freischütz« Bezug genommen, denn dort verzichtete man tatsächlich auf jegliche Erklärungen, die durch das gestrichene Vorspiel notwendig wurden. Und so taucht dann im 3. Akt der Oper nunmehr völlig unvermittelt ein beziehungsweise der Eremit auf, was selbst beim aufmerksamen Zuschauer die Frage aufkommen lässt, wer denn das nun schon wieder ist. Lässt man einmal die Kurzauftritte des Funkers und des Sicherheitsroboters außer Acht, so kommt die Produktion mit sechs Sprechern aus, die ihre Sache allesamt gut machen. Mit Horst Stark (Randy Perkins) und Franz-Josef Steffens (Professor Common) hatte man ohnehin zwei alte Hasen vor dem Mikrophon, während Gernot Endemann (Peter Hoffmann), Gaby Libbach (Cindy), Mathias Lorenz (Ralph) und Wolfgang Kaven (die telepathische Stimme) recht neu zum Ensemble hinzugekommen waren. Von Anfang an gut zueinander passend präsentieren sich Horst Stark und Gernot Endemann als Heldenteam, und die ihnen von Francis in den Mund gelegten Scherze sind weitgehend sogar ganz unterhaltsam. Tadellos wie immer gibt auch Franz-Josef Steffens den honorigen Professor. Gaby Libbach überzeugt mit ihrer selbstbewusst-klugen Kratzbürste in jedem Fall, und auch Wolfgang Kaven gibt eine unheimliche telepathische Stimme ab. Hier und da fällt zwar Mathias Lorenz gegenüber den älteren Kollegen etwas ab, aber dies in einem verzeihlichen Maße. Neben den etwas langen Dialogen fällt der große Geräusch- und Musikanteil etwas unangenehm auf. Offenbar hatte Andreas Beurmann großen Spaß an der Untermalung der Szenerie via Synthesizer, und diese ist per se auch gar nicht schlecht. Nur: Sie dauert bisweilen zu lang. Die erste Seite wird mit circa einer Minute Musik eingeleitet sowie anderthalb Minuten Musik und Glucksgeräuschen beendet. In Kombination mit den ausschweifenden Erklärungen der Protagonisten hat man da bisweilen schon das Gefühl: So, hopp, nu mach! Wie wohl ausnahmslos alle Cover der »Commander Perkins«-Reihe so besticht auch das vorliegende Motiv durch ein beeindruckendes Farbspiel und eine unglaublich dichte Atmosphäre. Vielen Dank dafür, Hans Möller! Fazit: Ein optisch mitreißender, aber inhaltlich etwas zähflüssiger Start in eine Serie, deren Potenzial jedoch sofort erkenn- und hörbar war. Ich habe mich oft gefragt, ob man die erste und die zweite Folge (»Im Strom der Unendlichkeit«) nicht hätte zusammenziehen und zu einem leicht gekürzten Hörspiel vereinen sollen. Dies sei nur erwähnt, weil sich diese wechselnde "Handlungsdichte" der einzelnen Folgen aus meiner Sicht durch den gesamten Sechsteiler zieht. So bekommt denn auch »Das Tor zu einer anderen Welt« etwas verhaltene drei Mucks. |
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