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Kommentar von Danielle





»'Kinder', spricht die Mutter Hase, 'passt gut auf im grünen Wald ...'«

(Öhrchen)




Bei diesem Hörspiel handelt es sich um den zweiten Teil von »Langohr, Schlappohr und Stummelschwänzchen«. Zwischen beiden Teilen liegen zwei Jahre, und das schlägt sich leider in jedem Detail nieder. Obwohl beide Hörspiele aus der Feder Heikedine Körtings stammen, könnten sie unterschiedlicher nicht sein.

Von der atmosphärischen Umsetzung des ersten Teils ist nichts mehr geblieben, und auch die Charaktere sind bei Weitem nicht mehr so sympathisch. Die putzigen kleinen Hasenkinder (welche auch sprechertechnisch im ersten Teil deutlich jünger waren) haben sich in eine vorpubertäre Hasenbrut verwandelt. Vater Langohr wird nicht mehr erwähnt (wahrscheinlich ist es doch noch zu einer Scheidung gekommen), und auf eine durchgängige Handlung wurde zugunsten einzelner, ziemlich belangloser Geschichten verzichtet. Einzig Stummelschwänzchen kommt jetzt endlich zu seinem Recht, eine Hauptrolle ausfüllen zu dürfen. In der ersten Folge erschien er zwar ebenfalls im Titel (was auf eine größere Rolle schließen ließ), ging aber in der Masse der anderen Kinder unter.

Unglücklicherweise wird schnell klar, dass man lieber ein anderes Hasenkind für diese Hauptrolle ausgewählt hätte. Stummelschwänzchens renitente Ader geht nicht nur seinem direkten Hasenumfeld, sämtlichen anderen Tieren des Waldes, sondern auch dem Hörer gehörig auf die Nerven. Der Beweis hierfür wird gleich in der ersten Geschichte geliefert, in der Stummelschwänzchen die Schule schwänzt und einen chilligen Tag mit den Waldtieren verbringen möchte. Doch schon recht bald muss er feststellen, dass das Leben kein Ponyhof ist und die Schule schon ihren Sinn hat. Ist man hier zumindest noch um eine moralische Botschaft bemüht, so vermittelt uns die zweite Seite eher wenig, denn sie beschert uns Einblicke in den Hasenunterricht. Dieser unterscheidet sich kaum von dem Unterricht der Menschen - wahrscheinlich deshalb, um die Identifikation mit den Häschen zu steigern. Allerdings wird das Gegenteil erreicht, denn der Hasenunterricht entpuppt sich als genauso langweilig wie es zuweilen der Menschenunterricht sein kann.

Zugegeben, es handelt sich hierbei um ein Kinderhörspiel, aber selbst Vorschulkindern kann man sicherlich mehr zutrauen als »Punkt-Punkt-Komma-Strich, fertig ist das Hasengesicht«. Einzig die abschließende Verfolgungsjagd zwischen Stummelschwänzchen und dem Fuchs vermag einen Hauch von Spannung zu erzeugen.

Die Sprecher machen zwar das Beste aus ihren Rollen, können diese Produktion aber auch nicht mehr retten. Positiv zu erwähnen wären Stephan Chrzescinski als zuerst naives und später altkluges Stummelschwänzchen und Ingeburg Kanstein als eine energischere und weniger nervöse Mümmi Schlappohr als es Dagmar von Kurmin im ersten Teil war. Andreas von der Meden kann in seinem Bemühen, den Lehrer und den Fuchs unter einen Hut zu bekommen, nicht ganz überzeugen. Und Peter Kirchberger ist zwar ein großartiger Sprecher, aber, man muss es leider sagen, kein besonders guter Erzähler. Sein Erzählstil erinnert manchmal zu sehr an einen Nachrichtensprecher.

Fazit: Zu viele Hasen sind des Hörers Tod.





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