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E 2001 |
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| 1. Kommentar von Danielle |
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Manche Leute sagen: Es gab Robin Hood. Manche Leute sagen: Es gab ihn nicht. Ich aber sage: Robin Hood war ein Mann in Strumpfhosen. Dieses Bild drängt sich einem jedenfalls unweigerlich auf, sobald man den Namen »Robin Hood« hört. Errol Flynn hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Fakt ist allerdings, dass die historische Existenz Robin Hoods nie bewiesen wurde. Mannigfaltige Theorien ranken sich um sein Leben, seine Abenteuer und seine Weggefährten. Wurde er in den ältesten schriftlichen Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert noch als Wegelagerer einfacher Herkunft beschrieben, so mutierte er durch zahlreiche Ergänzungen, Umdichtungen und Weiterentwicklungen im Laufe der Jahrhunderte zu jenem geächteten Adligen und Gutmenschen Robin of Loxley, welcher uns heute noch geläufig ist. Daher würde man Eberhard Alexander-Burgh Unrecht tun, wenn man seine Hörspielbearbeitung als nicht "richtig" umgesetzt bezeichnet. Er findet vielmehr eine recht eigenwillige Interpretation der Legende, bei der allerdings die Berühmteste seiner Weggefährten (Maid Marian) auf der Strecke bleibt und manch bekannte Details anders erzählt werden, als man sie für gewöhnlich kennt. Diese alle zu erwähnen würde mit Sicherheit zu weit führen, darum nur zwei Beispiele: Robin Hood kommt hier nicht als Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land zurück und wird um seinen Besitz betrogen, sondern wird wegen eines profanen erschossenen Rehbocks zum Geächteten. Sir Guy of Gisbourne (deutsch: Guy von Gispert) wird oft als Handlanger, manchmal sogar als Truchsess des Sheriffs von Nottingham beschrieben. Hier kommt er aber nur als ordinärer Strauchdieb daher. Zugeben, die doch sehr umfangreichen Abenteuer Robin Hoods auf knapp etwas über eine halbe Stunde zu kürzen, bedarf schon einiger "Opfer". Man hätte das Gewicht allerdings auf andere Dinge legen können, zumal die Wirtshausszene eigentlich kaum Sinn macht. Sprechertechnisch gibt es keine großen Aussetzer, wenn man mal von Andreas Beuermann aka Hans Meinhardt absieht. Dieser darf auch hier, man muss es leider sagen, mit seinem nicht vorhandenen Sprechertalent glänzen und hat mit dem oben erwähnten Zitat, bei dem nur noch der kölsche Dialekt gefehlt hätte, mit Abstand den amüsantesten Auftritt. Weiter erwähnenswert wäre noch Rudolf H. Herget (souverän heldenhaft), Peter von Schultz (herrlich verschlagen), Katharina Brauren (gekonnt verschwörerisch), Michael Weckler (zu wenig überzeugend), Claus Wagener (schön böse), Konrad Halver (zu oft besetzt) und Horst Beck (gewohnt väterlich). Bei der musikalischen Untermalung entschied man sich für viel Getrommel und Trompeten, im Mittelalter wurde schließlich jede Handlung vorab mit Fanfaren angekündigt. Objektiv betrachtet gibt es kaum etwas zu bemängeln, subjektiv jedoch werde ich mit dieser Produktion einfach nicht warm. Es fehlen einfach zu viele bekannte Elemente, welche die Figur des Robin Hood geprägt haben und mit ihm untrennbar verbunden sind. Zum Teil mag es aber auch daran liegen, dass ich als Kind von der britischen 80'er-Jahre-Fernsehserie sowie der Doppel-LP von »Unsere Welt« beeinflusst wurde. Dennoch ist die EUROPA-Version um Längen besser als die maritim'sche Musical-Fassung. Fazit: Irgendwo zwischen der Welt und dem Meer. |
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| 2. Kommentar von Christoph |
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Das sind Worte, die einem unter die Haut gehen und in Bezug auf Rudolf H. Hergets Interpretation der titelgebenden Figur meine absolute Lieblingsstelle im Hörspiel darstellen. Darüber hinaus bin ich nicht ganz so glücklich mit der Wahl des Hauptsprechers. Und ehrlich gesagt hätte ich mir von diesem Hörspiel auch eine etwas ernsthaftere Darstellung des englischen Freiheitskämpfers Robin Hood gewünscht. Schon als Kind hat es mich immer leicht irritiert, dass der Held aus dem Sherwood Forest doch stets so vergnügt ist - ein Lacher hier, ein Kichern dort - die gute Laune in Person. Denn sowohl der legendäre Robin Hood, der im 14. Jahrhundert gelebt haben soll, als auch der im Hörspiel gesprochene Grünrock ist doch eher eine tragische Heldengestalt. Hiermit meine ich, dass er nicht aus Spaß an der Freude den Sherwood Forest sein Zuhause nannte. Er, der er ein vogelfreier Vertriebener und obendrein als Angelsachse der Willkür der Normannen ausgesetzt war, hatte wohl wahrlich nicht viel zu Lachen. Treibt man das Ganze noch auf die Spitze, so muss man weiter anmerken, dass er, so wie es hier dargestellt wird, sogar das Leben seines Vaters auf dem Gewissen hat. Würde man milder über Robin urteilen, so müsste man ihm wenigstens grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Da gibt's nichts zu lachen. »Ich habe in Notwehr gehandelt!«, beteuert er seinem wohl ziemlich ernst dreinblickenden Vater, als er ihm von der Konfrontation mit den normannischen Wildhütern berichtet. Genau das hat er eben nicht. Erstens wollten die Wildhüter ihn laufen lassen, und zweitens hat Robin unnötigerweise auf die sicherlich pöbelnden Männer des Sheriffs geschossen. Drittens hat er törichterweise dann beim Abgang noch mit seinem Mut und (was noch viel schlimmer ist) mit seinem kompletten Namen geprahlt. Die Rache für diese dumme Tat war dem Hause Loxley also sicher, und sein armer Herr Vater und wohl das komplette Gesinde durfte das ausbaden. »Uns wird der Sheriff schon nichts tun.«, sagte Graf Loxley. Weit gefehlt, denn kurz darauf muss Burg Loxley in Flammen aufgegangen sein, wie ein weitleuchtender roter Feuerschein erahnen lässt. Kann eine Burg aus Stein und Felsen überhaupt brennen? Worum es geht: Der junge Robin, Sohn des Grafen Loxley, ist auf dem Weg zu einem Bogenschieß-Wettbewerb, um ein Fass Bier zu gewinnen. Tief im Sherwood Forest trifft er auf normannische Wildhüter, welche ihn übelst provozieren, worauf er einen von ihnen, Jakob, mit einem Pfeil verletzt. Da die Loxleys Angelsachsen sind, müssen sie sich ihren normannischen Herren fügen und sind in ihren Rechten stark eingeschränkt (um es mal harmlos auszudrücken). Robins Tat wird grausam gerächt, indem man die Burg Loxley anzündet und wohl sämtliche Bewohner - Robins Vater eingeschlossen - tötet. Auf vorheriges Anraten seines Vaters fliehen Robin und Bruder Tuck, welchen ihm sein Vater als "Beschützer" mitgibt, in den Sherwood Forest. Hier scharen sich noch weitere Leidensgenossen um den Grafensohn und wählen diesen schließlich als ihren Anführer. Da man vor dem Sheriff von Nottingham, welcher im Auftrage Prinz Johns (hier Prinz Johann genannt) rücksichtslos agiert, stets auf der Hut sein muss, ist man nur im Walde (des Sherwood Forests) einigermaßen sicher und kann sich erwehren. Man wartet auf die Rückkehr Richard Löwenherz', welcher zwar auch ein Normanne, jedoch auch ein gerechter König ist. Im Wald trifft Robin auf weitere Weggefährten, wie beispielsweise John Little, welcher wegen seiner enormen Körpermaße liebevoll Little John genannt wird. Der berühmte Stockkampf von Robin und John darf natürlich nicht fehlen. Dies recht lustig dargeboten. An dieser Stelle möchte ich auf die tolle Fernsehserie »Robin Hood« (mit Michael Pread, später Jason Connery in der Titelrolle) hinweisen, welche in den 80'ern wochenübers im Vorabendprogramm lief. Diese hat mir immer sehr gut gefallen. Dies auch, weil sie sich ernsthafter und natürlich auch wesentlich intensiver mit der Person des Robin of Sherwood sowie dessen Mitstreitern (Maid Marian natürlich nicht zu vergessen) beschäftigte. Tolle Serie - meine Empfehlung, sollte sie jemand noch nicht kennen. Während in besagter Vorabendserie Robin Hood ein besonders gefährlicher Gegner namens Guy of Gisbourne gegenübersteht, hat er es in diesem Hörspiel lediglich mit dem Strauchdieb Guy von Gispert zu tun. Dieser wird zwar auch als äußerst brutal und gefährlich beschrieben, entpuppt sich aber eher als hilfloser Trunkenbold, welcher Robin tollpatschig noch vor dem eigentlichen Kampf ins Schwert läuft. Nebenbei bemerkt: Ein Strauchdieb, welcher ein Adelsprädikat trägt (»von Gispert«) - gibt es sowas? Als Guy von Gispert in seinem wohl unverkennbaren Bärenfell verkleidet geht Robin zum Sheriff von Nottingham, der sein Lager seltsamerweise im Wald hat und kann durch eine List den Sänger Allan befreien. Jedoch gerät er hierbei selbst in Gefangenschaft und soll auf dem Richtplatz in Nottingham hingerichtet werden. Dies wissen seine Mannen zu verhindern. Robin ist wieder frei. Ein weiterer Bogenschieß-Wettbewerb findet statt. Hiermit will der listige Sheriff Robin Hood abermals in eine Falle locken. Während seine Mitstreiter ihn eindringlich vor der Teilnahme warnen, verkündet Robin vollmundig: »Auf zum Schützenfest!« Auch hier fehlt mir wieder ein bisschen die Ernsthaftigkeit. Solch einem naiven Anführer wollte ich mein Leben nicht anvertrauen. Es kommt zu einer erneuten Konfrontation, in der sich Robin und seine Gesellen wiederum behaupten können. Alles gut. Schlussendlich kehrt auch Richard Löwenherz aus seiner Gefangenschaft zurück. Er erhebt Robin erneut in den Adelsstand und erklärt alle seine Weggefährten für frei. »Robin Hood« - ein schönes, wenn auch nicht perfektes Hörspiel. Leider zeitlich etwas kurz geraten, mit wenigen Ungereimtheiten, jedoch auch tollen Sprechern, die hörbar Spaß bei der Arbeit hatten. Noch etwas zum Cover: Als Kind hat mich die ziemlich brutal dargestellte Szene immer sehr beeindruckt. Wirklich ein gelungenes Cover. Jedoch fragte ich mich stets, warum dem Scharfrichter das schwere Beil aus der linken Hand fällt. Würde ein Linkshänder versuchen den Pfeil mit der rechten Hand abzuwehren beziehungsweise zu greifen? Das deutet doch eher auf einen Rechtshänder hin, oder? Auch wird im Hörspiel gesagt, dass sich der Scharfrichter an die Kehle fasst, nachdem ihn ein Pfeil getroffen hat. Ja, wie denn jetzt? Fette 3 von 5 Mucks! |
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