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Diese russische Sage, 1831 von Alexander Puschkin in Versform umgedichtet, ist eines der fünf von EUROPA vertonten
russischen Märchen.
Mara Schroeder-von Kurmin, selbst aus den baltischen Staaten stammend, gelingt es, aus der Versform ein spannendes und
kurzweiliges Skript zu zaubern, welches das Beste aus der Geschichte herausholt. Sieht man einmal von den russischen
Fremdwörtern wie zum Beispiel 'Bojaren' (herrschende Oberschicht, direkt dem Zaren unterstellt) ab, wird die kindliche
Phantasie ebenfalls reichlich bedient. Vielleicht hätte man jedoch dem Hörspiel einen etwas passenderen Namen geben
können, da der titelgebende Zar Saltân nicht der Hauptprotagonist ist und nur zu Beginn und am Ende der Geschichte
vorkommt.
Wie so oft gelingt es Konrad Halver, die erstklassige Sprecherriege passend zu besetzen und sich selbst als Prinz
Gwidon zu verewigen. Heike Kintzel ist hier nicht die böse Hexe, sondern die sanftmütige Zarin und erbringt einmal mehr
den Beweis, dass sie zu den wandlungsfähigsten Sprecherinnen der EUROPA-Riege gehörte. Reinhilt Schneider wurde zur
Abwechslung mal entgegen ihres Typs besetzt und kann endlich ihre latent vorhandene Bösartigkeit präsentieren. Edgar
Maschmann spricht den Zaren mit der gebührenden Würde und ist daher ebenfalls sehr passend gewählt. Ein Highlight ist
sicherlich Katharina Brauren, welche als intrigante Babaricha einen großartigen Auftritt hat (»Eine Hummel! Hilfe,
Leute! Ahh, ahh, meine Nase! Ich werde ohnmächtig, ahhhh!«). Herma Koehn als verzauberte Prinzessin vermag es,
jedes Mal mit ihrer weichen Stimme den Hörer dahinschmelzen zu lassen. Joachim Rake kann hier den leicht verpatzten
Erzählerpart der »kleinen Seejungfrau« wieder gut machen und gibt eine ordentliche Leistung ab.
Die Musik stammt von der LP »Mütterchen Russland« und hätte nicht passender gewählt sein können. Der Hörer fühlt sich
schon bei den ersten Klängen in die russische Märchenwelt versetzt.
Fazit: Es gibt einen Märchenkosmos jenseits von Grimm.
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