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E 247 |
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| Kommentar von Carl Mai |
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| Zur Buchvorlage |
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Karl Mays Roman »Winnetou der Rote Gentleman. 3. Band« erschien in Buchform erstmals 1893. Dieser dritte Band besteht ebenso wie der zweite aus zwei voneinander unabhängigen Erzählungen. Die Kapitel 1 bis 4 stellen eine Überarbeitung der Erzählung »Deadly Dust« dar, die bereits 1880 in einer Zeitschrift erschienen war. Die Kapitel 5 bis 7 bilden die eingearbeitete Erzählung »Ave Maria«, welche wiederum bereits 1890/1892 in einer Zeitung veröffentlicht worden war und eine Neufassung der Erzählung »Im wilden Westen Nordamerika's« darstellt. Das achte Kapitel schrieb May eigens für die Buchausgabe und brachte damit die sich durch alle drei Bände ziehende Verfolgung Santers zum Abschluss. Ab 1904 ließ Karl May den Titel auf das heute noch verwendete »Winnetou. 3. Band.« verkürzen. 1908 erschien eine illustrierte Ausgabe unter dem Titel »Winnetou III«. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt. Bei der Verfolgung der Ogellallah und deren Gefangenen erreichen Winnetou, Old Shatterhand, Spürauge und ihre Verbündeten den Hancock-Berg. Dieser Berg, bestehend aus einem kraterförmigen Gipfel, bildet eine Opferstätte der Ogellallah. Bevor der Abstieg unternommen wird, eröffnet Winnetou seinem Blutsbruder seine Todesahnungen, und dass er ein Testament gemacht habe, das im Grab seines Vaters zu finden sei. Beim Abstieg in den Krater wird Winnetou von einer gegnerischen Kugel tödlich getroffen. Die Gefangenen können letztendlich befreit werden. Nachdem der erschossene Apatsche am Metsur-Fluss begraben worden ist, macht sich Old Shatterhand auf den Weg zum Nugget-Tsil, um das Testament zu bergen, in dem Angaben zu großen Goldvorkommen und deren von Winnetou vorgesehene Verwendung enthalten sein sollen. Unterwegs trifft er auf drei Weiße, die ebenfalls zum Nugget-Tsil reiten und Bekannte Santers sind. Santer befindet sich auf dem Weg zu Tangua, dem Häuptling der Kiowas. In Abwesenheit der drei Weißen gräbt Old Shatterhand am Nugget-Tsil im Grab Intschu-tschunas das Testament Winnetous aus. Beim Lesen desselben wird er von Santer und den Kiowas, die von Pida angeführt werden, überrascht. Santer muss den Gefangenen den Kiowas überlassen, die ihn in ihr Dorf bringen, wo Shatterhand zu Tode gemartert werden soll. Santer stiehlt Pida das Testament sowie dessen Medizin und schlägt dabei Pidas Squaw nieder. Old Shatterhand kann sie wiederbeleben und mit Hilfe der Schwester der Geretteten fliehen. (Dies wird im Hörspiel verkürzt dargestellt, indem Pida Shatterhand zum Dank die Freiheit schenkt.) Shatterhand erreicht das Pueblo der Apatschen, wo Til-lata ihn empfängt, und reitet mit diesem und einigen Kriegern zum »Dunklen Wasser«. Unterwegs treffen sie auf Pida und seine Krieger. Gemeinsam reiten beide Trupps weiter. Als Santer am »Dunklen Wasser« auf dem Felsen des Bären das Testament vor aller Augen zerreißt und den Goldschatz heben will, löst er eine Explosion aus, bei der er sich samt dem Felsen in die Luft sprengt und unter dem Geröll im See begraben wird. Es stellt sich heraus, dass Winnetou bei der Beschreibung zum Auffinden des Goldes derart vorgegangen war, dass nur Old Shatterhand sie hatte verstehen können, ohne beim Heben des Schatzes zugrunde zu gehen. |
| Mein Kommentar |
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Das Hörspiel umfasst aus dem Roman »Winnetou III« lediglich die Kapitel 15 bis 20. Auch das Nachwort ist entfallen. Der letzte Teil der Roman-Trilogie wird, obwohl auch hier äußerst viel Handlung fortgelassen worden ist, zu zwei schlüssigeren Hörspielen umgesetzt als der zweite Teil. Diese Folge bildet einen eindrucksvollen und würdigen Abschluss der Hörspiel-Reihe. Der edle Winnetou, von Klekih-petra geschult und über Jahre durch Old Shatterhand zu christlichem Handeln angeleitet, stirbt für die Bewohner von Helldorf-Settlement. Wohl in keiner anderen Umsetzung dieses Romans wurde die Ernsthaftigkeit der Todesszene Winnetous so überzeugend und mitreißend dargestellt. Noch heute, über 50 Jahre nach Erscheinen des Hörspiels und etwa 44 Jahre nach meinem ersten Hören, reißt mich der Schluss mit. Der Begriff Hancock-Berg hat für mich bis heute einen abschreckenden Klang. Santers Untergang, die Vernichtung des Testaments und das Krachen der Felsmassen in das »Dunkle Wasser« lassen den Hörer aufgewühlt zurück. Den Machern bei EUROPA ist mit dieser Reihe und diesem Abschluss ein großes Stück Hörspielgeschichte gelungen. Zwar mag Michael Poelchau als Old Shatterhand manchmal ein wenig forsch klingen, doch macht er seine Sache als Erzähler des Ganzen hervorragend. Konrad Halver bleibt als Winnetou bis heute unangefochten der beste Sprecher des Apatschen. Auch die Nebenrollen von Old Firehand (Benno Gellenbeck), Sam Hawkens (Horst Beck), Intschu-tschuna (Hans Paetsch), Nscho-tschi (Herma Koehn), Tangua (Josef Dahmen) und Santer (Peter Folken) sind sehr ausdrucksstark besetzt. Trotz manch technischer Schwächen ist und bleibt diese Hörspiel-Umsetzung der »Winnetou«-Trilogie die bis heute beste. Das mag - neben den genannten Sprecherqualitäten - auch an der Mischung aus handlungsstarken Einsätzen wie Kampfszenen mit Indianergeheul auch an der ganz eigenwilligen Musikuntermalung liegen. Diese wurde aus dem Fundus der somerset-Musik-Schallplatten bei Miller zusammengestellt und bildet bei sparsamem Einsatz einen Soundtrack, der etwas Episch-Großartiges mitschwingen lässt. Das Cover zeigt eine Szene von den Karl-May-Festspielen Bad Segeberg. |
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