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E 244 |
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| Kommentar von Carl Mai |
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| Zur Buchvorlage |
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Karl Mays Roman »Winnetou der Rote Gentleman. 2. Band« erschien in Buchform erstmals 1893 und wurde - im Gegensatz zum ersten Band und abgesehen vom Schlusskapitel - aus bereits früher veröffentlichten Erzählungen zusammengestellt. Den ersten Teil des Bandes bildet in bearbeiteter Form die Erzählung »Der Scout« (Kapitel 1 bis 4). Der zweite Teil (Kapitel 5 und 6) basiert auf der 1879 in Buchform erschienenen Erzählung »Im fernen Westen«, die wiederum eine Neufassung von »Old Firehand« darstellt. Nur das siebte Kapitel schrieb Karl May eigens für die Buchausgabe, wobei er versuchte, mit dem erneuten Erscheinen des Mörders Santer einen unmittelbaren Handlungszusammenhang mit dem ersten Band herzustellen. Auf Grund der Montage mehrerer kurzer Erzählungen bildet der Roman kein geschlossenes Handlungsgefüge. In den eingefügten, älteren Erzählungen tritt der Apatschenhäuptling nur bedingt als tragende Figur in Erscheinung, und so passen diese nicht in die Biographie Winnetous, die ja die Romane »Winnetou I« bis »Winnetou III« darstellen. Ab 1904 ließ Karl May den Titel auf das heute noch verwendete »Winnetou. 2. Band.« verkürzen. 1908 erschien eine illustrierte Ausgabe unter dem Titel »Winnetou II«. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt. Im Hörspiel wird zunächst auf das letzte Kapitel aus dem Roman »Winnetou I« zurückgegriffen, welches gut die erste Hälfte der ersten LP-Seite füllt. Old Shatterhand überwältigt Pida, den Sohn Tanguas. Santer entkommt erneut und wird fortan von Winnetou verfolgt. Daraufhin presst Old Shatterhand mit Pida als Geisel den gefangenen Sam Hawkens frei. Im Hörspiel reist Old Shatterhand - um den Wirren des Krieges zwischen den Nord- und Südstaaten zu entgehen - nach Deutschland zurück, wo er seine Eltern besucht. Daraufhin sucht er St. Louis auf und trifft seinen Bekannten, den Büchsenmacher Henry, wieder. Dieser überlässt ihm den selbst gefertigten Henrystutzen. Tatsächlich beginnt erst an dieser Stelle die Handlung des Romans »Winnetou II«: Old Shatterhand reitet nach St. Louis, um bei Abgabe seiner Vermessungszeichnungen im Surveying Office den vereinbarten Lohn zu empfangen. Nach einer Reise über die Südsee, China, Ostindien und Kalkutta trifft er in New York ein. Da er bei einem Schiffsunglück seine gesamte Barschaft verloren hat, verdingt er sich in New York als Privatdetektiv. Sein Auftrag, einen entführten Bankierssohn zu befreien, führt ihn wieder in den Wilden Westen. Unterstützt wird er bei der Verfolgung von dem berühmten Westmann Old Death. Beide geraten in die Wirren des Bürgerkrieges. Old Shatterhand führt seinen Auftrag erfolgreich zu Ende, doch sein Gefährte Old Death wird erschossen. Bei seiner Rückkehr nach St. Louis erhält Old Shatterhand von dem Büchsenmacher Mr. Henry den Henrystutzen. Winnetou taucht in diesem Handlungsstrang - und damit in über der Hälfte des Romans - nur sporadisch auf. Nach Begleitung eines Goldtransports erreicht Old Shatterhand New Venango. Als er auf den Ölprinzen Emery Forster und den Jungen Harry trifft, kommt es innerhalb der nahe gelegen Ölfelder zu einer Brandkatastrophe. Old Shatterhand kann Harry retten. Als man Old Shatterhand vorwirft, er hätte auch das Leben vieler Arbeiter retten können, verlässt er New Venango. Nach dem Zusammentreffen mit Winnetou erfahren beide von einem geplanten Überfall der Poncas auf das Fort Niobrara. Parranoh, der grausame Häuptling der Poncas, ist ein Weißer mit Namen Tim Finnetey. Er hat einst die Indianerin Ribanna ermordet, die Winnetou geliebt und auf die dieser zugunsten Old Firehands verzichtet hatte. Winnetou will nun Rache nehmen. Im Fort Niobrara lernt Old Shatterhand Winnetous Freund Old Firehand kennen, der nicht allzu entfernt in der "Festung", einer unzugänglichen Schlucht, seine Biberfelllager hat. Der Überfall der Poncas auf das Fort kann niedergeschlagen werden, und Parranoh fällt durch Old Shatterhand im Kampf. |
| Mein Kommentar |
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Das Hörspiel umfasst aus dem Roman »Winnetou I« das letzte Kapitel und aus dem Roman »Winnetou II« von 20 Kapiteln lediglich die Kapitel 1 und 12 bis 13. Die wesentlichen Aspekte, die auf die Aufnahme »Winnetou I« zutreffen, gelten auch hier, da es sich bei »Der Schatz im Silbersee«, Folgen 1 und 2 sowie »Winnetou I« bis »Winnetou III« um Parallelaufnahmen handelt. Sprecher, Musiker und Hintergrundgeräusche bleiben durchgehend unverändert. Während die Hörspiele »Winnetou I (1. Folge)« und »Winnetou I (2. Folge)« recht konsequent die Romanvorlage abdecken, so kürzte man für die Hörspiele »Winnetou I (1. Folge)« und »Winnetou I (2. Folge)« denjenigen Anteil weg, der innerhalb der Romanvorlage nicht direkt mit der Person Winnetous in Zusammenhang steht. Das ist zwar ein geschickter Schachzug, doch hätte man dafür näher auf die Kernhandlung eingehen können. So wird beispielsweise die Szene in New Venango viel zu gestaucht dargestellt. Das Kennenlernen Harrys, die unliebsame Bekanntschaft mit dem Ölprinzen Emery Forster, die Brandkatastrophe der nahe gelegen Ölfelder und die Rettung Harrys sowie dessen Flucht werden im Eilverfahren innerhalb von Minuten abgehandelt. Dabei hätte die Länge - oder eher gesagt die Kürze der Schallplattendauer hier im wahrsten Sinne mehr Spielraum geboten. Zwei Dinge fallen im Hörspiel auf: Als Hatatitla in Gegenwart des Ölprinzen mit einem Laut auf sich aufmerksam macht, hört es sich an, als sei hier Pferdegewieher langsamer abgespielt worden. So klingt der edle Rappe etwas kränklich. Die Szene der Brandkatastrophe wird begleitet von etwas unpassenden Orgelakkorden, die nicht so ganz in die Westernhandlung passen wollen. Sie werden nochmals kurz vor dem Angriff der Poncas auf das Fort verwendet. Das Cover zeigt eine Szene von den Karl-May-Festspielen Bad Segeberg. |
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